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	<title>Kirche &#8211; K2-Magazine</title>
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	<description>Wir durchleuchten Fakten. Alle. Eventuell. Und wir schreiben darüber. Ernst. Eventuell.</description>
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	<title>Kirche &#8211; K2-Magazine</title>
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	<item>
		<title>Kirchliche Innovationen: Beichtstühle als Telefonkabinen, Airbnb und Drive-Thru-Schalter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[2theMax]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2024 08:33:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Insights]]></category>
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					<description><![CDATA[Die röisch-katholische Kirche steht, angesichts einer stetigen Abnahme der Gläubigen und einer wachsenden Anzahl von Kirchenaustritten, vor der Herausforderung, ihre traditionellen Einrichtungen neu zu überdenken. In einem ersten Schritt wird nun aufgrund der geringen Nutzung der Beichtstühle über alternative Verwendungsmöglichkeiten nachgedacht, wie ein internes Papier aus dem »inner circle« rund um den 266. Bischofs von [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die röisch-katholische Kirche steht, angesichts einer stetigen Abnahme der Gläubigen und einer wachsenden Anzahl von Kirchenaustritten, vor der Herausforderung, ihre traditionellen Einrichtungen neu zu überdenken. </p>



<p>In einem ersten Schritt wird nun aufgrund der geringen Nutzung der Beichtstühle über alternative Verwendungsmöglichkeiten nachgedacht, wie ein internes Papier aus dem »inner circle« rund um den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">266. Bischofs von Rom </a>vulgo<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> </a><a href="https://www.k2-magazine.com/wenn-der-papst-auf-einem-kamel-reitet/" data-type="post" data-id="1766">Papst</a> nun an die Öffentlichkeit kam. Eines gleich vorweg: Man kann darin deutlich die Handschrift des progressiven Flügels des hl Stuhls erkennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beichtstühle sind zum Beichten da – nicht nur</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong><em>Selbstbedienungs-Cafés</em></strong><br>Beichtstühle in den großen Kathedralen werden in gemütliche Selbstbedienungs-Café-Ecken umgewandelt, in denen die Gläubigen sich gegenseitig &#8222;beichten&#8220; – jedoch nicht ihre Sünden, sondern ihre Kaffeewünsche, Bestellungen für Kuchen und andere Leckereien.<br><br></li>



<li><strong><em>Therapiezentren</em></strong><br>Statt der traditionellen Beichte dienen ausgewählte Beichtstühle als Räume für spirituelle Beratung und persönliche Entwicklung. Gläubige können dort ihre Sorgen und Probleme teilen und Ratschläge von Seelsorgern oder Therapeuten erhalten – je nach finanziellen Möglichkeiten.<br><br></li>



<li><strong><em>Bücherläden</em></strong><br>Die Kirche wird auch zahlreiche Beichtstühle in Mini-Bücherläden umwandeln, in denen Gläubige nicht ihre Sünden, sondern ihre Lesewünsche bekennen können. Von religiöser Literatur bis hin zu Belletristik wird eine breite Palette von Büchern angeboten werden, um der schwindenden Zahl von Kirchengängern entgegenzuwirken. Statt Geständnissen werden hier Bücher ausgetauscht, und anstelle von Ave Marias werden literarische Zitate zelebriert. <br><br>Eine innovative Möglichkeit, die spirituelle Gemeinschaft aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den Büchern eine neue Bedeutung zu verleihen – denn wie sagt man so schön: &#8218;Die Bücher sind die wahren Seelenbeichtstühle.&#8216;<br><br></li>



<li><strong><em>gemütliche Leseecke</em></strong><br>Natürlich werden im Zuge der Umgestaltung in Bücherläden auch zahlreiche  gemütliche Leseecken eingerichtet werden – denn wer braucht schon mehr Privatsphäre als ein Beichtstuhl bietet?<br><br></li>



<li><strong><em>Spielhallen</em></strong><br>Anstatt der Beichte werden Beichtstühle auch in kleine Spielbereiche umgewandelt, in denen Gläubige ihre &#8222;Sünden&#8220; in Form von Videospielen beichten könnten. Von klassischen Arcade-Spielen bis hin zu modernen Konsolen steht eine Vielzahl von Spielen zur Verfügung.<br><br></li>



<li><strong><em>Mini-Kinocenter</em></strong><br>Größere Beichtstühle werden zu kleinen Kinos umgebaut, in denen Gläubige nicht ihre Sünden, sondern ihre Filmwünsche offenbaren können. Von religiösen Filmen bis hin zu Blockbustern wird es eine (kleine) Auswahl an Filmen geben, die zur Unterhaltung und Reflexion dienen.<br><br></li>



<li><strong><em>Selfie-Stations</em></strong><br>Und da sage nochmal einer, die Kirche gehe nicht mit der Zeit. Ganz im Gegenteil! Mit dem Etablieren von »fancy selfie-stations« – sozusagen in Anlehnung an die allseits beliebten Foto-Boxen als ultimativen Party-Kracher – beweist die Kirche, dass Buße durchaus auch trendig sein kann. <br><br></li>



<li><strong><em>Mini-Büro-Kabinen</em></strong><br>Für diejenigen, die gerne etwas praktischer denken, werden die Beichtstühle zu Mini-Büro-Kabinen inkl. superschnellem Wlan umgebaut – quasi perfekt für das schnelle Gebet während der Mittagspause.<br><br></li>



<li><strong><em>Power-Nappig-Station</em></strong><br>Den Trend aus Japan aufgreifend denkt die Kirche natürlich auch daran, seine Batterien wieder aufzuladen. Einziger kleiner Nachteil: Power-Napper müssen im Sitzen power nappen.<br></li>



<li><strong><em>Airbnb-Unterkünfte</em></strong><br>Des Weiteren plant die Kirche, ihre Beichtstühle in Airbnb-Unterkünfte umzuwandeln. Unter dem Motto &#8218;Erlebe himmlische Ruhe&#8216; können Gäste für eine Nacht in einem authentischen Beichtstuhl übernachten und dabei das Gefühl haben, ihre Seele gleichzeitig zu läutern und zu entspannen. Inklusive des optionalen Service eines virtuellen Beichtvaters via Video-Chat, der rund um die Uhr verfügbar ist, um Seelsorge zu leisten oder einfach nur Ratschläge für den nächsten Tag zu geben – quasi ein spiritueller Rückzugsort für Ruhesuchende, mit kostenlosem Rosenkranz als Willkommensgeschenk.<br></li>



<li><strong><em>Telefonkabinen</em></strong><br>In Kooperation mit den nationalen Post- und Telekomunternehmen baut die Kirche auch zahlreiche Beichtstühle zu Telefonkabinen um – speziell für diejenigen, die immer erreichbar sein müssen.<br><br></li>



<li><strong><em>Drive-Thru-Schalter</em></strong><br>Last but not least werden künftig zahlreiche Beichtstühle (auch) als Drive-Thru-Schalter fungieren, wo man nicht nur seine Sünden beichten, sondern auch gleichzeitig einen (Hostien-)Burger bestellen kann.</li>
</ol>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="592" src="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte-1024x592.jpg" alt="Ein Beichtstuhl von außen, Stichwort Beichtstühle.
(c) AdobeStock" class="wp-image-3543" title="Kirchliche Innovationen: Beichtstühle als Telefonkabinen, Airbnb und Drive-Thru-Schalter 1" srcset="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte-1024x592.jpg 1024w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte-300x174.jpg 300w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte-768x444.jpg 768w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte-150x87.jpg 150w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte-450x260.jpg 450w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/beichte.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Künftig muss man explizit nachschauen, was sich hinter dem Beichtstuhl tatsächlich verbirgt&#8230;</figcaption></figure>



<p>Egal, ob für geistliche Erleuchtung oder einfach nur für eine kleine Auszeit vom Alltag – die Kirche hat für jeden etwas im Angebot. Die Möglichkeiten sind grenzenlos – und wer weiß, vielleicht wird der nächste große Trend in der Sharing Economy &#8222;Beichte &amp; Brunch&#8220; sein. Die Kirche bleibt eben immer am Puls der Zeit – oder zumindest versucht sie es.</p>



<p>K2 –&nbsp;wir wohnen im Beichtstuhl. Seit 1999.</p>



<p>(Bilder: AdobeStock)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>»Süßer die Kassen nie klingeln« – Weihnachten wird in den Jänner verlegt!</title>
		<link>https://www.k2-magazine.com/weihnachten-wird-in-den-jaenner-verlegt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[2theMax]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2024 10:38:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Insights]]></category>
		<category><![CDATA[Jänner]]></category>
		<category><![CDATA[Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[WKO]]></category>
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					<description><![CDATA[Was 2023 so war und auch 2022 – und die Jahre davor –, nämlich grüne Weihnachten, wird es heuer nicht mehr geben – zumindest wenn es nach den (internen) Plänen namhafter (sogenannter) Wirtschaftsexperten einer (sogenannten) Wirtschaftspartei in Österreich geht. Denn, so ein (noch) anonym bleiben wollender WKO Präsident: &#8222;Wir verlegen Weihnachten auf den 15. Jänner! [...]]]></description>
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<p>Was 2023 so war und auch 2022 – und die Jahre davor –, nämlich grüne Weihnachten, wird es heuer nicht mehr geben – zumindest wenn es nach den (internen) Plänen namhafter (sogenannter) Wirtschaftsexperten einer (sogenannten) Wirtschaftspartei in Österreich geht. Denn, so ein (noch) anonym bleiben wollender WKO Präsident: &#8222;Wir verlegen Weihnachten auf den 15. Jänner! Schluss mit den lauwarmen Dezembertagen, in denen der Schnee so spärlich fällt wie die Motivation, Geschenke zu besorgen.&#8220;</p>



<p>Umfragen hätten ergeben, dass ein Großteil der heimischen Bevölkerung genug hat von schneelosen Weihnachten. Das trübe nämlich die Stimmung und die Lust, (noch) tief(er) in die Geldtaschen zu greifen für Geschenke, Glühwein, Punsch &amp; Co. &#8222;Durch die Verlegung von Weihnachten in den Jänner wird nicht nur die Chance auf weiße Weihnachten erhöht, sondern auch die Umsätze für den Handel und für die zahlreichen <a href="https://www.k2-magazine.com/schneekanonen-fuer-heimische-weihnachtsmaerkte/" data-type="post" data-id="2873">Punschstände und Glühweinhütten</a>. Außerdem verlängern wir so auch den Advent um drei Wochen, sprich die Konsumentinnen und Konsumenten haben fast doppelt so viel Zeit, uns ihr Geld in den Rachen zu werfen&#8220;, so der vor Freude auf dem Tisch tanzende Präsident.</p>



<p>Endlose Reihen von Glühweinständen werden die Straßen zieren, und das Glockengeläut wird bis weit ins neue Jahr erklingen – ein Eldorado für Glühweinliebhaber und Geschäftsleute gleichermaßen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="637" src="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169-1024x637.jpeg" alt="Christkindlmarkt zu Weihnachten.
(c) AdobeStock" class="wp-image-3030" title="»Süßer die Kassen nie klingeln« – Weihnachten wird in den Jänner verlegt! 2" srcset="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169-1024x637.jpeg 1024w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169-300x187.jpeg 300w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169-768x478.jpeg 768w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169-150x93.jpeg 150w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169-450x280.jpeg 450w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/01/AdobeStock_225904169.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Geht es nach den Plänen der WKO, wird es künftig keine trost- und schneelosen Weihnachtsmärkte mehr geben.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Kirche ist für Weihnachten im Jänner</h2>



<p>Und auch die Kirche zeigt sich diesem Vorschlag gegenüber durchaus aufgeschlossen, da es im Gegenzug eine neue »Frohlockungssteuer« für das verlängerte Weihnachtsvergnügen geben soll. &#8222;Man muss schon sagen, die WKO hat hier wirklich Gas gegeben. Wir sehen diese Veränderung als göttlichen Funken der Innovation. Der Jänner ist viel stimmungsvoller, wenn man bedenkt, wie viel mehr Schnee und Kälte da sind. Außerdem müssen wir uns nicht mehr mit den Weihnachtsmärkten im Dezember herumschlagen. Sie können nun in aller Ruhe im Jänner einkaufen&#8220;, so Pater P. Erversus im Gespräch mit K2. </p>



<p>Die Steuereinnahmen sollen zweckgebunden für kunstschneebeschmierte Kirchendächer, beheizte Krippen und winterliche Kostüme für die Kirchenchöre verwendet werden. &#8222;Gute Dinge gibt es eben nicht umsonst. Unser Leben mit den Jünglingen am Ponyhof will auch finanziert werden&#8220;, so Erversus mit einem verschmitzten Lächeln.</p>



<p>Allerdings ist man sich in der WKO auch durchaus bewusst, dass es dadurch auch den einen oder anderen Nachteil geben wird. So müsste man etwa die Kalender produzierende Industrie mit einer Art &#8222;Kalenderfonds&#8220; unterstützen, da sie ja die jene Kalender, die Weihnachten noch mit 24. Dezember führen, entsorgen müssten. &#8222;Wir sind hier in guten Gesprächen und hoffen, dieses Problem beispielsweise mit einem für die Konsumenten kostengünstigen Kalenderblattupdate lösen zu können.&#8220;</p>



<p>In diesem Sinn:  Frohe Weihnachten im neuen Jahr!</p>



<p>K2 – wir feiern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weihnachten</a> immer schon am 15. Jänner. Seit 1999.</p>



<p>(Bilder: AdobeStock)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aufstieg und Fall eines politischen Wunderkindes: Eine österreichische Geschichte</title>
		<link>https://www.k2-magazine.com/aufstieg-und-fall-eines-politischen-wunderkindes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fred F.]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2023 06:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politics]]></category>
		<category><![CDATA[Herr K.]]></category>
		<category><![CDATA[Kanzler]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir erinnern uns noch als wäre es gestern gewesen, als Herr K., damaliger Außenminister der [österreichischen] Nation, an einem sonnigen Herbstmontag 2018 bei uns im Eckbüro saß. Wir waren damals gerade räumlich am Expandieren und in Vorbereitungen verstrickt, den 5. Stock des Hauses auch noch anzumieten. Wir sprachen mit Herrn K. über Entwicklungsmöglichkeiten und welche [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wir erinnern uns noch als wäre es gestern gewesen, als Herr K., damaliger Außenminister der [österreichischen] Nation, an einem sonnigen Herbstmontag 2018 bei uns im Eckbüro saß. Wir waren damals gerade räumlich am Expandieren und in Vorbereitungen verstrickt, den 5. Stock des Hauses auch noch anzumieten. Wir sprachen mit Herrn K. über Entwicklungsmöglichkeiten und welche Chancen wir sahen, dass Wirtschaftslobbyisten künftig noch mehr Einfluss auf das politische Geschehen des Landes bekämen.</p>



<p>Nun war die Vorstellung wahrlich etwas herausfordernd, den jungfräulich wirkenden Herrn K. als »starken Mann« zu inszenieren, der die fabrizierten Probleme unserer Zeit lösen könnte. Gerne hätten wir jemanden gefunden für den Job, der ein bisschen mehr Format gehabt hätte. Wir wussten aber, dass die kindliche Ausstrahlung von Herrn K., eine Mischung aus Christkind und Heiland, bei gewissen Bevölkerungsgruppen durchaus gut ankam. Die Message bestand in jedem Fall darin: »Alle anderen sind Schuld and I alone can fix it.«</p>



<p>Es verlangte uns schließlich nicht sehr viel Überzeugungsarbeit ab, den genügsamen und machtanspruchslosen damaligen jüngsten Außenminister der Welt für unser Vorhaben zu motivieren, ihn als Kanzleranwärter aufzustellen. Bis dahin war er nicht einer gewesen, der seine Leistungen an die große Glocke versucht hatte zu hängen oder sich mit fremden Federn versucht hatte zu schmücken. Aber genau das musste sich ändern. Darum war der teilweise etwas unauthentisch wirkende Jungspund auch unsicher, als wir ihm unseren »Plan K.« vorstellten. Der Plan beinhaltete im Wesentlichen drei Punkte, um den durch unzählige Rhetorikschulungen in seiner Mimik und Gestik etwas inkongruent auftretenden Außenminister zum jüngsten Kanzler der Welt zu machen:</p>



<ol class="wp-block-list" type="1">
<li>Die Regierung öffentlich schlecht machen<br></li>



<li>Druck auf die katholische Kirche ausüben<br></li>



<li>Geschönte Meinungsumfragen, finanziert durch Steuergeld<br></li>
</ol>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2023/01/pexels-manel-and-sean-14929130-1024x683.jpg" alt="pexels manel and sean 14929130" class="wp-image-1543" title="Aufstieg und Fall eines politischen Wunderkindes: Eine österreichische Geschichte 3"><figcaption class="wp-element-caption"><em>[Gab leider kein passendes Bildmaterial vom Kanzleramt. Darum hier ein schönes Bild vom Schloss Schönbrunn.] </em></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Punkt 1: Die Regierung schlecht machen</h2>



<p>Die damalige Regierung auch öffentlich schlecht zu machen war in der Tat nicht schwierig. War es doch die eigene Partei, die dem damaligen Regierungskoalitionspartner lange vorher schon erfolgreich Steine in den Weg legte, bei deren Größe man beim schieren Anblick Rückenschmerzen bekam. Die Herausforderung bestand darin, mehr mit der Dissonanz umgehen zu lernen, gegen die eigene Partei zu schießen. Aufgrund des fluiden Wertegerüsts des Herrn. K brauchte es hierfür nur minimale Überzeugungsarbeit. Wir setzten auf eine, wenn nicht <em>die</em> altbewährteste populistische Technik ‘Probleme vergrößern – Lösungen vereinfachen’.</p>



<p>Der feminine »strong man« sollte mit dieser Strategie zum »Jesus der Alpenrepublik« aufsteigen und es mit einem [un]fähigeren Koalitionspartner leichter haben, die Staatskassen zu plündern und die politische Agenda der Regierung noch besser den&nbsp;Interessen der&nbsp;Wirtschaft anzupassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Punkt 2: Druck auf die katholische Kirche ausüben</h2>



<p>Wir waren anfänglich unsicher, ob wir auf die Provokationen der römisch-katholischen Kirche eingehen sollten. Die hatten sich damals in den politischen Diskurs eingemischt und gegen die herrschende migrationsfeindliche Politik geschossen, die eigentlich das heimliche Kernstück unseres Übernahmeplans darstellte. Anstelle sich nachhaltigere Vertuschungsstrategien zu erarbeiten, um mit den Anschuldigungen rund um das Thema sexuelle Früh- und Frühsterfahrungen in der Kirche umzugehen, mussten wir wöchentlich in den Medien lesen, wie sie die politischen Errungenschaften von Herrn K. in seiner Rolle als Außenminister schlecht machten. </p>



<p>Jetzt ist es wahrlich nicht einfach der katholischen Kirche damit zu drohen, sie öffentlich in ein noch schlechteres Licht zu rücken, um sie auf wieder auf Kurs zu bringen. Wir waren schon dabei, einen Pool von Ministranten als Verhandlungsmasse zu rekrutieren, als Team Member Khan der Einfall kam, der Kirche mit dem Entzug von Steuerprivilegien zu drohen. Danke an dieser Stelle an Team Member Khan für diese brillante Idee.</p>



<p>Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ein Glied ist nur so stark wie das schwächste Kette im System. Klar konnte niemand erahnen, dass ein rechtspopulistischer Zahntechniker mit Allmachtsfantasien nicht die ideale Vizekanzlerbesetzung ergab. Auch im zweiten Anlauf setzte man auf falsche Personen bei der Rekrutierung. Herr K. stellte erneut ein Team zusammen, das im Flachpfeiffenindex nicht höher hätte ranken können. Regel Nummer eins: man setzt für delikate Angelegenheiten nicht Menschen ein, die beim kleinsten Druck singen wie ein Sopranist der Wiener Sängerknaben an Heiligabend. Hintermänner brauchen Rückgrat. Dies darf den Vordermänner•innen auf der politischen Bühne ruhig fehlen. Schauen sie auf unsere türkischen und ungarischen Kollegen – die wissen, wie man eine Mannschaft zusammenstellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Punkt 3: Meinungsumfragen, finanziert durch Steuergeld</h2>



<p>Die Umsetzung der Idee der steuerfinanzierten Meinungsumfragen ging ebenfalls etwas nach hinten los. Natürlich halfen die konspirativen Chatprotokolle und die Postenschacherei auch nicht. Sie müssen aber verstehen, dass ein Großteil der Österreich•innen ihrer Partei gegenüber im Schnitt 739x loyaler ist als die Poliker•innen gegenüber ihren Wähler•innen.</p>



<p>Ganz egal was passiert ist, die selektive Wahrnehmung der hiesigen Wählerschaft stimmt uns mehr als optimistisch, unseren Alpen Messias auch ein drittes Mal aufzustellen.</p>



<p>Wir arbeiten bereits intensiv an [s]einem Comeback. Stay tuned.</p>



<p></p>
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