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	<title>Bürokratie &#8211; K2-Magazine</title>
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	<description>Wir durchleuchten Fakten. Alle. Eventuell. Und wir schreiben darüber. Ernst. Eventuell.</description>
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	<title>Bürokratie &#8211; K2-Magazine</title>
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		<title>&#8222;Bürokratisches Ballett&#8220; – Schredderkurse speziell für alle Beamtinnen und Beamte</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2024 10:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Economy]]></category>
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					<description><![CDATA[Schreddern hat in Österreich schon immer Tradition –&#160;auch ohne spezielle Schredderkurse. Einerseits im Sinn von Zerkleinern von Ästen und Zweigen im Garten, und andererseits im Vernichten von Akten und/ oder Speichermedien aller Art. Ersteres ist, sofern man nicht selbst der Schreddermeister ist, durchaus lästig –&#160;vor allem Samstag Vormittags, wenn man eigentlich in Ruhe seinen Rasen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Schreddern hat in Österreich schon immer Tradition –&nbsp;auch ohne spezielle Schredderkurse. Einerseits im Sinn von Zerkleinern von Ästen und Zweigen im Garten, und andererseits im Vernichten von Akten und/ oder Speichermedien aller Art. Ersteres ist, sofern man nicht selbst der Schreddermeister ist, durchaus lästig –&nbsp;vor allem Samstag Vormittags, wenn man eigentlich in Ruhe seinen Rasen mähen möchte. </p>



<p>Zweiteres kennt man vor allem aus der Politik und/ oder Verwaltung. Und weil dort die Aktenstapel höher sind als die Hoffnung auf effiziente <a href="https://www.k2-magazine.com/die-buerokratie-ist-tot-sie-moege-lang-leben/" data-type="post" data-id="807">Bürokratie</a>, macht das Beamtenministerium nun einen mutigen Schritt und bietet Schredderkurse an, um Licht in die bürokratischen Tunnel der heimischen Amtsstuben zu bringen. Zusätzlicher Vorteil für die Kurteilnehmer•innen: nach Beendigung dieser Fortbildung rücken sie auch gleich in eine höhere Gehaltsstufe –&nbsp;win-win!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Amtsalltag »vor« dem Schredderkurs</h2>



<p>Schaut man in die eine und andere Amtsstube, erkennt man auf den ersten Blick: Stress gibt es hier nicht. Denn ob der sich stapelnden Aktenbergen habe die Beamtinnen und Beamte, die diese bearbeiten sollten, längst die Hoffnung aufgegeben, je damit fertig zu werden. Mit dem Gefühl, als müssten sie die gesamte Last der Welt auf ihren Schultern tragen, sitzen sie mit resigniertem und leeren Blick in ihren Bürostühlen und warten geduldig bis zum Feierabend um 15 Uhr. </p>



<p>Gestört wird diese fast schon gespenstische Ruhe lediglich vom obligaten Gang zum WC von 8:50 bis 9:45 Uhr, gefolgt vom Kaffee bis 10:30 Uhr, der  anschließenden Vormittagssiesta bis 11:45 Uhr, dem Mittagstisch bis 13:30 Uhr und der Nachmittagssiesta bis 14:30 Uhr. Und ehrlich –&nbsp;in den letzten 30 Minuten vor dem Feierabend reißt man auch nicht mehr die Welt nieder, da braucht man gar nicht erst anfangen damit.</p>



<p>Angesichts dieses Teufelskreises, der eine ziemliche Dynamik in das Wachstum der Aktenstapel bringt, greift der zuständige Beamtenminister zu einer durchaus radikalen Maßnahme: &#8222;Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab sofort einen modular aufgebauten Schredderkurs als sozusagen letzten Rettungsanker für unsere tapferen Beamten im Ozean der Verwirrung. Dabei lernen sie, wie man Akten so effektiv vernichtet, dass selbst Sherlock Holmes sie nicht mehr wiederherstellen könnte.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der modulare Schredderkurs</h2>



<p>Im ersten Monat konzentrieren sich die Kursteilnehmer•innen darauf, wie sie ihre unerwünschten Aktenberge effizient vernichten können, ohne dabei ihre Finger zu verlieren. Zuerst wird mit alten Telefonbüchern und Zeitungen geübt, bevor man sich an die wirklich wichtigen Dinge wagt, wie etwa der 739. Antrag auf Kostenersatz von Frau Henriette S.</p>



<p>Im zweiten Monat geht es um die Feinheiten des Schredderns. Hier geht es darum, die richtige Schreddergröße für die jeweiligen Bedürfnisse zu wählen und zu lernen, wie man Papierstaus beseitigt – eine Fähigkeit, die den Teilnehmer•innen auch im weiteren Leben sicherlich von Nutzen sein wird.</p>



<p>Im dritten Monat wird die Kunst des Schredderns in den digitalen Raum übertragen. Hier beschäftigen sich die Teilnehmer•innen damit, wie man digitale Dateien sicher löscht, E-Mails aus dem Posteingang verschwinden lässt und unliebsame Fotos auf dem Handy für immer beseitigt.</p>



<p>Im den beiden abschließenden Monaten des Kurses wird zum einen das bisher gelernte gefestigt, und zum anderen wird jede•r Teilnehmer•in ein eigenes »Schredder-Meisterwerk« kreieren, sprich jede•r Teilnehmer•in wird gebeten, ein Kunstprojekt aus den geschredderten Überresten der geschredderten Dokumente zu gestalten. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="597" src="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs-1024x597.jpg" alt="Ein älterer Beamter lehnt verzweifelt an einem Berg von Akten, Stichwort Schredderkurs.
(c) AdobeStock" class="wp-image-3491" title="&quot;Bürokratisches Ballett&quot; – Schredderkurse speziell für alle Beamtinnen und Beamte 1" srcset="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs-1024x597.jpg 1024w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs-300x175.jpg 300w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs-768x448.jpg 768w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs-150x88.jpg 150w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs-450x263.jpg 450w, https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2024/03/schredderkurs.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verzweifelte Beamte an Bergen von Akten –&nbsp;derartige Bilder werden bald der Vergangenheit angehören.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Amtsalltag »nach« dem Schredderkurs</h2>



<p>Da es bis dato noch keine Absolvent•innen des 5-monatigen Schredderkurses gibt, kann man nur ein wenig mutmaßen, wie der Alltag im Amt »nach« dem Schredderkurs ausschaut. De facto werden sich vor allem zwei Aspekte signifikant verändern: die Mitarbeiter•innen werden, weil sie nicht mehr von Aktenbergen umgeben sind, zufriedener ihre Zeit bis 15 Uhr im Büro verbringen. Und es werden unzählige Praktikant•innen herum eilen auf der Suche nach neuen Akten, die sie dann schreddern. </p>



<p>Sonst bleibt alles beim Alten.</p>



<p>Und vergessen sie nicht: Schreddern ist nicht nur eine praktische Fähigkeit, sondern auch eine Lebensphilosophie. Also nehmen sie sich vor, alles zu zerkleinern, was ihnen im Weg steht – sei es Papier, Probleme oder unerwünschte Werbung. Ran an den Schredder!</p>



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<p class="has-text-align-center has-very-light-gray-background-color has-background has-large-font-size">Hier unten erfahren sie, ob diese Story<br><strong><em>»fake OR real«</em><br></strong>ist. Aber zuerst abstimmen, und dann auf &#8222;Aufklappen&#8220; klicken!</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Hier geht´s zur Auflösung</h3>



<details class="wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow"><summary>Aufklappen</summary>
<p><br></p>



<p>Nun, diese Geschichte ist –&nbsp;zumindest für <a href="https://salzburg.orf.at/stories/3249387/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das Land Salzburg</a> –&nbsp;richtig. &#8222;Wie schreddere ich Akten richtig, welche Akten dürfen überhaupt geschreddert werden und welche müssen archiviert werden?&#8220; –  Eigentlich gehört dieses Wissen zum Einmaleins für Beamte, dennoch gibt es nun spezielle Auffrischungskurse vom Salzburger Landesarchiv.</p>



<p>Und wer weiß, wenn sich die Kurse, die auf reges Interesse stoßen, bewähren, folgen vielleicht auch die anderen acht Bundesländer mit entsprechenden »Serviceangeboten« für ihre Mitarbeiter und •innen –&nbsp;je nachdem halt, welche Partei gerade den•die Landeshauptmann•frau stellt.</p>
</details>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>K2 – Wir schreddern alles. Seit 1999.</p>



<p>(Bilder: AdobeStock)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Bürokratie ist tot. Lang lebe die Bürokratie!</title>
		<link>https://www.k2-magazine.com/die-buerokratie-ist-tot-sie-moege-lang-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[2theMax]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Mar 2023 10:28:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Insights]]></category>
		<category><![CDATA[Bürokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Flurfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut Wikipedie ist Bürokratie [zu deutsch&#160;„Herrschaft der Verwaltung“] eine staatliche oder nicht-staatliche Verwaltung, die durch klare Hierarchien, Entscheidungen nach Gesetz und Vorschriften und geplantem Verwaltungshandeln innerhalb festgelegter Kompetenzen gekennzeichnet ist. Und nachdem sich das &#8222;Konzept Bürokratie&#8220; mittlerweile 100e von Jahren gehalten hat –&#160;man ist sogar geneigt zu sagen, perfektioniert hat –&#160;kann es das Schlechteste nicht [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Laut Wikipedie ist <em><strong>Bürokratie</strong> [zu deutsch&nbsp;„Herrschaft der Verwaltung“] eine staatliche oder nicht-staatliche Verwaltung, die durch klare Hierarchien, Entscheidungen nach Gesetz und Vorschriften und geplantem Verwaltungshandeln innerhalb festgelegter Kompetenzen gekennzeichnet ist.</em> Und nachdem sich das &#8222;Konzept Bürokratie&#8220; mittlerweile 100e von Jahren gehalten hat –&nbsp;man ist sogar geneigt zu sagen, perfektioniert hat –&nbsp;kann es das Schlechteste nicht sein. Möchte man meinen. Oder anders formuliert: stecken sie so viel Energie wie möglich in den Aufbau bürokratischer Strukturen. Warum? Die Antwort liegt auf der Hand: Warum nicht?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Negative Konnotation. Zu unrecht.</h2>



<p>Obwohl einige Forscher „Bürokratie“ als neutrale Bezeichnung eines soziologischen Phänomens verwenden, ist das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch praktisch ausschließlich negativ behaftet. Die Begriffe <em>Bürokrat</em>, <em>bürokratisch</em> und <em>Bürokratie</em> sind eindeutig Schmähungen. Niemand nennt sich selbst einen Bürokraten oder seine eigenen Geschäftsmethoden bürokratisch. Diese Worte werden immer mit einem ehrenrührigen Unterton verwendet. Und das natürlich zu unrecht. Das haben sich all die fleißigen Bürokratinnen und Bürokraten des Landes nicht verdient. </p>



<p>Sie schuften Tag täglich bis zum Umfallen [der Kaffeetasse], versitzen in einem Meeting nach dem anderen ihre Standpunkte –&nbsp;solange bis sie nicht mehr können, aufspringen und auf´s WC eilen. Sie investieren oft auch am Wochenende bis zu 2,7 Minuten ihrer Frei-/ Zeit, um »an alle« zu antworten, dass sie auch »allen« ein erholsames Wochenende wünschen. Sie gehen trotz ihres unbändigen Arbeitseifers nicht mehr als sechs, maximal sieben Wochen pro Jahr auf Krankenstand. Sie sorgen dafür, dass schon in der Früh in der Kantine reger Betrieb ist, den sie dann bis in den späten Nachmittag hinein nicht abreißen lassen. Ihr laut aufgedrehtes »Last Christmas« sorgt schon ab Ende Oktober für vorweihnachtliche Stimmung und dafür, dass sie in diesem Jahr rechtzeitig mit dem Besorgen der Geschenke beginnen. Sie sind die letzten, die kommen. Und die ersten, die gehen. Und: sie sind der »pain in the ass« jeglicher Effizienz und Effektivität. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" src="https://www.k2-magazine.com/wp-content/uploads/2022/11/buerokratie-1024x563.jpg" alt="Illustration: Ein Mann, der auf einer Welle von Kopien und Akten surft, Stichwort Bürokratie.
(c) AdobeStock" class="wp-image-811" title="Die Bürokratie ist tot. Lang lebe die Bürokratie! 2"><figcaption class="wp-element-caption"><em>Bürokratie ist kein Nachteil. Bürokratie er-/ öffnet neue Möglichkeiten.</em></figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Unbezahlbares Know-[not]How</h2>



<p>Und trotzdem brauchen und lieben wir sie. Wer sonst kann so guten Kaffee machen? Wer sonst weiß jede noch so scheinbar unbedeutende Kleinigkeit aus dem »Flurfunk«? Wer sonst plant schon im Frühherbst seinen nächsten Mallorca-Urlaub gegen Ende der Vorsaison im nächsten Jahr? Wer sonst kann sogar jene Aufgaben delegieren, für die eigentlich sie bzw. er zuständig wäre? Wer sonst denkt lieber 723x öfter über etwas nach als 1x zu wenig? Wer sonst verwendet auch heute noch das stabile und unverwüstbare Windows 3.11? Wer sonst kann schon um 9:27h am Morgen im Lift mit einer »Fahne« wehen? Wer sonst läuft mit Birkenstock schneller durch die Gänge als ein Maulwurf durch ein Ofenrohr? Und wer sonst macht einfache Projekte so kompliziert, dass man sie nach einer Startphase lieber gleich wieder abdreht als erst am Ende draufzukommen, dass man damit nur x Millionen in den Sand gesetzt hat? </p>



<p>Eben.</p>



<p>Daher unser Tipp: Hegen und pflegen sie diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sorgen für ein angenehmes Arbeitsklima und gießen die Pflanzen im Büro. Sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, weil sie mit ihrem unnachahmlichen Gespür für Arbeit schon vorher »krank« sind. Sie schrecken auch vor Meterhohen Aktenbergen nicht zurück –&nbsp;sie lassen diese einfach »verschwinden«. </p>



<p>Und das Beste daran: keinem wird´s auffallen!</p>



<p>(Bilder: AdobeStock)</p>
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