Ein Zukunftsreport von K2-Magazine Research Labs™.

Noch vor kurzem war der Löffel das letzte Bollwerk kulinarischer Vernunft. Doch aktuelle Zahlen aus der „Global Fork Index Study 2025“ belegen: Bereits 64,2 % der unter 25-Jährigen essen Desserts wie Pudding & Co. ausschließlich mit Gabeln¹. „Die Gabel ist kein Werkzeug, sie ist ein Statement“, erklärt Dr. Juno Pixel, Trendforscherin am „Institut für Digitale Esspraktiken“². „Es geht nicht mehr um Effizienz, sondern um den Widerstand des Materials gegen die gesellschaftliche Erwartung. Wer heute noch löffelt, der glaubt wahrscheinlich auch noch an Festnetztelefone und Raucherbereiche im Flieger nach Malle.“

Kurz gesagt: Wer Pudding mit einem Löffel isst, ist von gestern und hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Heute sticht man die wabbelige Süßigkeit mit einer Gabel an, als handle es sich um eine respektlose Lasagne. „Die Gabel verleiht dem Pudding eine neue Gravitas“, erklärt ein TikTok-Influencer, der in seinem letzten Video 123.784 Mal beim Nicht-treffen der Vanillecreme viral ging.

Aber was kommt nach der Gabel-Revolution? Experten aus der Zukunftsforschung (aka drei Leute in einem Discord-Server) haben bereits die nächsten großen Trends identifiziert:


Salat im Kopfhörer

Eine Pilotstudie³ mit 17 Proband\: innen zeigte: Wer Blattsalat in Noise-Cancelling-Kopfhörern konsumiert, fühlt sich „um 300 % knackiger“ beim Essen an. Erste Food-Startups arbeiten bereits an „Crispify™“, einem Spotify für Kaugeräusche. Das erzeugt eine völlig neue akustische Esserfahrung.


PDF als Nahrungsmittel

Kalorien in Dateigröße – das ist die Vision der „European Digital Eating Directive“ (EDED)⁴. Demnach entspricht ein 4,27-MB-PDF einem Teller Pasta, ein GIF etwa einem Müsliriegel. „Man muss nur noch scrollen, um satt zu sein. Jede Mahlzeit kann direkt heruntergeladen werden – Dateigröße entspricht Kalorienanzahl“, so ein EU-Kommissar, der anonym bleiben wollte⁵. Ein Early-Adopter-Startup in Estland hat sogar schon „Word-Diäten“ angekündigt. Virtuelle Kalorien“ werden die neue Kryptowährung.


Brotinhalation via 3D-Druck

Laut Feldversuchen in Bielefeld⁶ kann Sauerteig zu 89 % als Aerosol eingeatmet werden, sprich das Brot der Zukunft ist Dampf. Erste Tester\: innen berichten von „ganzheitlicher Bekrümelung der Lunge“. Gebackenes wird künftig direkt als essbare Luftwolke aus einem modifizierten 3D-Drucker inhaliert.

Praktisch: Es gibt auch glutenfreie Nebel.

Allerdings kam es vereinzelt zu Verwechslungen mit Nebelmaschinen.


Hamsterbetriebene Kaffeemaschinen

Die ETH Zürich⁷ entwickelt gerade den „Hamsterpresso™“. Eine Pilotstudie belegt, dass Hamster als Baristas effizienter arbeiten als Vollautomaten und die Tiere den Espresso um 17,08 % cremiger machen. Ergebnis: Cappuccino bekommt man künftig nicht mehr aus der Maschine, sondern indem man einen Hamster im Laufrad antreibt, bis Milchschaum entsteht.

Bio, nachhaltig, leicht verstörend.

Verbraucherschützer\: innen warnen allerdings vor Burn-out bei Nagern.


Reverse-Delivery

Statt Mahlzeiten liefern Restaurants künftig „digitale Sättigungspakete“.⁸ Die Kundschaft isst nicht – sie fühlt, gegessen zu haben, denn ein Algorithmus überträgt live das Gefühl von Sättigung. Erste Betatests führten allerdings zu sogenannten „Phantom-Durchfall“.


Morse-Frühstück

Frühstückscerealien werden künftig nicht gekaut, sondern als Morsecode interpretiert.⁹ Ganze Familien frühstücken dann wie früher, also wie ganz viel früher die Telegrafenämter: Crunch-crunch-pause-crunch. Laut Experten eine Revolution für introvertierte Kinder. „Cornflakes sind das neue Telegramm“, sagt der Schweizer Futurist Max D. Elirium.

Ganze Generationen werden erst kauen dürfen, wenn sie ihre Mahlzeiten decodiert haben.


Handschuh-Smoothies

Shakes werden schon sehr bald nicht mehr getrunken, sondern in Latexhandschuhe gegossen und dann wie Wasserbomben zerbissen.

Vorteil: Das ist „multisensorisch“.

Nachteil: Mikroplastik im Kiefer.


Der Trend zum Antitrend

Bald gilt nur noch als »wirklich hip«, wer Trends nicht mitmacht.

Aber wehe, man macht daraus einen Trend – dann ist man wieder Mainstream.

Das Profil einer jungen Frau mit Designerbrille.
(c) AdobeStock
Influencer\: innen aufgepasst: Wirklich »hip« ist man nur, wenn man bei diesen Trends nicht mitmacht. Aber auch nur, wenn der Trend des nicht bei Trends Mitmachen nicht selbst zum Trend wird.

Fazit

Die Welt entfernt sich rasend schnell von allem, was mit „praktisch“ oder „sinnvoll“ zu tun hat. Pudding mit der Gabel ist nur der Anfang – bald wird Essen reine Performance, denn die Zukunft des Essens ist performativ, paradox und vollkommen unpraktisch. Pudding mit der Gabel war nur der Anfang einer kulturellen Bewegung, die sich von Kalorien und Nährwerten längst verabschiedet hat.

Wir sind nur noch ein paar Hashtags entfernt vom kollektiven „Trend Burnout“, der sich dann aber sicher mit Strohhalmen intravenös verabreichen lässt. Oder wie Dr. Pixel es zusammenfasst:

„Wir sind satt – aber nicht vom Essen, sondern vom Konzept des Essens.“¹⁰


Fußnoten

  1. Global Fork Index Study 2025, hrsg. von der Gabelindustrie AG, Luxemburg.
  2. Institut für Digitale Esspraktiken, Jahresbericht 2024 („Cutlery Beyond Borders“).
  3. Universität Wanne-Eickel: „Headphones as Nutritional Interfaces“.
  4. European Digital Eating Directive, Draft Nr. 452/24.
  5. Eigentlich war es der Hausmeister, aber er klang sehr überzeugt.
  6. Bielefeld existiert nicht, die Datenlage ist also spekulativ.
  7. ETH Zürich, Fakultät für Hamsterbasierte Getränketechnologie.
  8. Start-up „FoodFeelz“, Berlin-Kreuzberg, Pre-Seed-Funding: 11 Likes auf LinkedIn.
  9. Schweizer Verband für Frühstücksinnovation, Abteilung Telegrafie.
  10. Pixel, J.: Forking the Future. Why Dessert is Performance (unveröffentlichtes Manuskript, vermutlich auf Wattpad).

(Bilder: AdobeStock)

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